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08. Oct. 2015
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08. Nov. 2016
Angriffsmodus

Angriffsmodus

Eine alte Kampagnenregel lautet: Je weniger gefestigt der Ruf eines Kandidaten ist, desto verletzlicher ist er. Aus diesem Grund setzen die Negativkampagnen (nicht nur in den USA) eher früh ein. Bei Donald Trump haben seine Mitbewerber sich nicht an diese Faustregel gehalten – was sich nun bitter rächen könnte.

Meinen allerersten „Strategy Sunday“ habe ich 2012 dem Thema „Frühe Attacken“ gewidmet. Schon bevor die republikanischen Vorwahlen damals begonnen hatten, arbeitete die Obama-Kampagne daran, die Glaubwürdigkeit des späteren Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney in Frage zu stellen. Obamas Wahlkampfteam folgte damit dem Drehbuch der erfolgreichen Wiederwahlkampagne von George W. Bush im Jahr 2004, die bereits sehr früh begonnen hatte, die Reputation des demokratischen Kandidaten John Kerry anzugreifen (eine der übelsten Attacken ritten damals übrigens die „Swift Boat Veterans For Truth“).

Die Grundlage für derartige Angriffe bildet eine der am wenigsten sichtbaren, aber gleichzeitig wichtigsten Aufgaben in einer Kampagne: die „Opposition Research“. Wie ich hier bereits erläutert habe, durchforsten die in diesem Bereich arbeitenden Teams systematisch alle verfügbaren Quellen nach wahlkampfrelevanten Informationen. Und wenn sie ihren Job halbwegs verstehen, finden sie immer brauchbare Fakten, um einen Gegenkandidaten in Erklärungsnot zu bringen.

Die (zu) späten Angriffe auf Donald Trump

Die dieswöchige TV-Debatte der Republikaner hat gezeigt, was die Oppo-Teams von Marco Rubio und Ted Cruz gegen Donald Trump so alles ausgegraben haben. Der zeitweise ziemlich genervt wirkende Trump sah sich plötzlich mit (teils jahrzehntelangen Vorwürfen) konfrontiert.

Material dafür gibt es genug: Von der „polnischen Brigade“ beim Bau des Trump Towers und Trumps Vorliebe für die Beschäftigung von (günstigen) ausländischen Arbeitskräften (was sein Versprechen, Jobs für US-Bürger zu schaffen, etwas scheinheilig wirken lässt) bis hin zu den in Summe milliardenschweren Insolvenzen von vier seiner Unternehmen oder der böse gefloppten „Trump University“ (die einen Schatten auf sein Image als erfolgreicher Geschäftsmann werfen). Diese Geschichten sind alle nicht neu, doch viele WählerInnen haben erst in dieser Woche zum ersten Mal davon gehört.

Von einem „späten Frontalangriff“ schrieb Die Presse. Zu spät? Höchstwahrscheinlich. Denn weniger als eine Woche vor dem Super Tuesday können solche Vorwürfe nicht mehr jene Wirkung entfalten, die sie gehabt hätten, wenn Rubio und Cruz seit dem November letzten Jahres so konsequent darauf herumgeritten wären wie letzten Donnerstag in Houston.

Die falsche Strategie

Auch wenn die beiden nun dazu übergegangen sind, Trump hart zu attackieren: Tatsächlich haben sie es (aus taktischen Gründen, wie Nate Silver bereits im Jänner erläuterte) bislang sträflich unterlassen, Trump anzugreifen – und damit zugelassen, dass der sich mit den Widersprüchen und Schwachstellen seiner Kandidatur kaum befassen musste.

Die Größenordnung dieses Versäumnisses lässt sich auch in Zahlen ausdrücken: Von 320 Mio. US-Dollar, die Super-PACs im Umfeld von Trumps republikanischen Mitbewerbern bis Ende Jänner 2016 eingesammelt haben, wurden nur 2,1 Mio. US-Dollar für Attacken gegen Trump ausgegeben. Jeb Bushs Super-PAC „Right to Rise“, der immerhin 119 Mio. US-Dollar in der Kasse hatte, war Anti-Trump-Werbung gerade mal 25.163 US-Dollar wert. Ein verblüffend niedriger Wert, wenn man bedenkt, dass Trump seit Monaten in den Umfragen vorne liegt. Normalerweise konzentriert sich der Löwenanteil der „negative ads“ auf den Spitzenreiter, damit dieser nicht davonziehen kann. Doch Donald Trump kam bislang relativ ungeschoren davon.

Der große Irrtum

Das liegt daran, dass alle anderen Kampagnen Trumps Chancen noch Anfang des Jahres drastisch unterschätzt haben. Ihm wurde schlichtweg nicht zugetraut, sich die Nominierung zu sichern, da er zu stark polarisiert, entsprechend schlechte Beliebtheitswerte hat und zu wenig politische Erfahrung mitbringt. „Let Trump hang out there and make a fool of himself“, dachten Jeb Bushs Berater viel zu lange. Und die Tatsache, dass kein Kandidat Trump attackierte, bestätigte alle anderen darin, das es taktisch richtig sein musste, dies ebenfalls nicht zu tun.

Selbst jetzt, da alle (noch verbleibenden) Kampagnen diesen Fehler erkannt haben, fällt ihnen ein Kurswechsel schwer. Auf republikanischer Seite besteht die Sorge, dass teure Negativkampagnen Trump in die Hände spielen könnten, weil der damit seine Anti-Etablishment-Botschaft verstärken könnte, ein nicht von Großspendern und deren Interessen abhängiger Kandidat zu sein. Und mancherorts will man bereits vermeiden, die Chancen des voraussichtlichen Präsidentschaftskandidaten bei der eigentlichen Wahl im November zu verringern.

Zwar konzentriert sich inzwischen immer mehr Negativwerbung (wie der folgende Spot) auf Trump – doch der Großteil dieser Ausgaben kommt aus dem Umfeld der Demokraten. Den dort weiß man genau: Man kann nie früh genug damit beginnen, das Image seines Mitbewerbers zu definieren …

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