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08. Oct. 2015
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08. Nov. 2016
Mehrheiten gewinnen

Mehrheiten gewinnen

Wer bei einer US-Präsidentschaftswahl die Mehrheit der Bevölkerung – oder besser: die Mehrheit der an der Wahl teilnehmenden Menschen – gewinnen will, muss die Kunst beherrschen, eine „winning coalition“ aus verschiedenen Bevölkerungsgruppen zu bilden, die weit über die AnhängerInnen des eigenen politischen Lagers hinausgeht. Auch dieses Wahljahr ist ein gutes Beispiel dafür …

Zum Einstieg eine kleine Quizfrage: Nehmen wir an, drei Viertel aller abgegebenen Stimmen bei einer Wahl kommen von einer bestimmten Bevölkerungsgruppe. Nehmen wir weiters an, ein KandidatIn liegt bei dieser Gruppe mehr als zehn Prozentpunkte hinter seinem Mitbewerber. Kann er diese Wahl dann noch für sich entscheiden? Die Antwort lautet: Yes, he can.

Das obige Beispiel ist alles andere als abstrakt. 2008 stellten weiße WählerInnen etwa 65,8 % der US-Bevölkerung und (aufgrund ihrer höheren Wahlbeteiligung) rund 76,3 % aller abgegebenen Stimmen bei der US-Präsidentschaftswahl. Exit Polls zeigten damals, dass John McCain diese WählerInnengruppe mit 55 % (gegenüber 43 % für Obama) gewinnen konnte. Doch dieses Manko kompensierte Obama, indem er bei nicht-weißen WählerInnen erdrutschartig gewann: Rund 95 % der afro-amerikanischen WählerInnen und 67 % der Hispanics gaben ihm ihre Stimme (bei einer gleichzeitig gestiegenen Wahlbeteiligung in diesen Gruppen).

Die Obama-Koalition

Die Basis von Obamas „winning coalition“ bestand damals also aus nicht-weißen WählerInnen – die allerdings zahlenmäßig zu wenige gewesen wären, um ihm den Einzug ins Weiße Haus zu sichern. Er brauchte daher noch andere Gruppen, um sicherzustellen, dass Obamas Rückstand bei der weißen „Mehrheitsbevölkerung“ nicht uneinholbar wurde. Diese Gruppen waren 2008 und 2012 v. a. jüngere WählerInnen, besser Gebildete, wohlhabendere VorstädterInnen und unverheiratete Frauen (wobei es Obama nie gelang, eine Mehrheit der weißen Wählerinnen zu gewinnen). Gemeinsam stellten diese Gruppen sicher, dass Obama seine Stärke bei den (traditionell zu den Demokraten neigenden) Minderheiten erfolgreich ausspielen konnte.

Bemerkenswert (und für österreichische Verhältnisse nur schwer nachvollziehbar) ist dabei die Tatsache, dass die Demokraten nicht mehr darauf abzielen, die Mehrheit der „white working-class“ für sich zu gewinnen. Bei den midterm elections 2014 – wählten rund zwei Drittel der weißen ArbeiterInnen republikanisch und sind für die Demokraten mehr oder minder verloren. Statt zu versuchen, diese Zielgruppe mit wirtschaftspopulistischen Ansagen zurückzuholen, nutzte Obama die liberalere Grundhaltung der jüngeren Generation sowie der Bessergebildeten, um mit gesellschaftspolitischen „wedge issues“ (wie der Ehe für alle oder dem Recht auf Abtreibung) eine Mehrheit zu gewinnen. Die demografische Entwicklung hatte Obama damit klar auf seiner Seite.

Die Clinton-Koalition

Eines der größten strategischen Probleme der Wahlkampagne von Hillary Clinton ist, dass sie bei wesentlichen Teilen der Obama Coalition nicht die gleiche Popularität genießt wie der Amtsinhaber. Zwar liegt sie in den Umfragen bei Jüngeren, Hispanics und AfroamerikanerInnen deutlich vor Donald Trump, aber ein stark sinkende Wahlbeteiligung dieser Gruppen würde sich in manchen battleground states verheerend auf Clintons Wahlchancen auswirken. Wer sich das selbst einmal etwas genauer ansehen möchte: Der US-Blog Fivethirtyeight hat ein cooles interaktives Tool zu dieser Fragestellung entwickelt:


 

Hillary Clintons Kampagne hat deshalb eine etwas andere Schwerpunktsetzung als wir es in den vergangenen Jahren bei Barack Obama erlebt haben. Denn was für Obama die Stimmen der Minderheiten waren, sind für Clintons „winning coalition“ jene der Frauen. Donald Trump mit seiner geballten Dosis an Sexismus und Frauenfeindlichkeit ist in dieser Hinsicht der optimale Gegenspieler für Clinton – denn er sorgt dafür, dass ihre Strategie voll aufgeht. Dank der eher deutlicher werdenden Präferenz der weiblichen Wählerinnen liegt Clinton inzwischen in den Umfragen deutlich vorne. Auch die Analysen von Fivefirtyeight zeigen deutlich: Frauen sind Trumps größtes Problem.

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Von einem knappen Rennen zu sprechen, wäre daher aus heutiger Sicht relativ irreführend. Im „RCP National Average“ liegt Clinton derzeit über fünf Prozentpunkte vor Trump. Zum Vergleich: Kurz vor der Wiederwahl von US-Präsident Obama lag der in diesem Index nur +0,7 % vor Mitt Romney. Das Risiko dabei ist natürlich, dass ein so klarer Vorsprung Clintons viele ihrer potenziellen WählerInnen dazu bewegen könnte, am Wahltag zuhause zu bleiben – schließlich geht es manchen davon bloß darum, Trump zu verhindern. Extrem wahrscheinlich ist das allerdings nicht, den Clintons „winning coalition“ ist mit tatkräftiger Unterstützung ihres Gegenspielers deutlich stabiler. Aber letztlich gilt: Die Wahl wird erst am 8. November entschieden …

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