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08. Oct. 2015
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08. Nov. 2016
Oppo

Oppo

Die „GegnerInnenbeobachtung“ – oder, weniger martialisch: das „Monitoring des Mitbewerbs“ – ist eine der am wenigsten sichtbaren, aber gleichzeitig wichtigsten Aufgaben jeder Wahlkampagne. In den USA wird dieses Arbeitsfeld „Opposition Research“ (kurz: „Oppo“) genannt. Und auch in dieser Wahlkampfsaison wird es die Hoffnungen einiger KandidatInnen zerstören.

Jeb Bushs Kampagne läuft nicht richtig rund. So etwas ist für jeden Kandidaten unerfreulich, aber es tut besonders weh, wenn man Jeb Bush heißt. Schließlich ist man damit der Sohn von „Bush 41“ und der um sechs Jahre jüngere Bruder von „Bush 43“ – wie der 41. und der 43. US-Präsident (George H. W. und George W. Bush) im knappen Politsprech der USA auch genannt werden. Die Aussicht, in einer solchen Familie nicht „Bush 45“ zu werden, muss stressig sein. Und Jeb Bush ist keine Wahlkampfmaschine.

 

 

Er glänzt lieber in der fachkundigen Beantwortung versierter Detailfragen als mit markigen Sprüchen. Und er vermittelt den Eindruck, nicht gerade gerne Hände zu schütteln, Babys zu streicheln und Autogramme zu geben – was zu den Todsünden eines Kandidaten zählt. Immer öfter muss er deshalb auf die Frage antworten, ob ihm das Wahlkämpfen überhaupt Spaß macht (siehe obiges Video). In den bundesweiten Umfragen für die Nominierung als Präsidentschaftskandidat der Republikaner liegt er derzeit bei rund sechs Prozent, Tendenz zuletzt sinkend.

Umschalten auf Angriff

Darum hat Jeb Bush seine Kampagne nun einem „Reboot“ unterzogen. Trotz einiger Anlaufschwierigkeiten gehören auch Attacken auf Bushs politischen Ziehsohn (und wohl gefährlichsten Konkurrenten) Marco Rubio zum neuen Drehbuch seines Wahlkampfs. Insider überrascht dieser Kurswechsel nicht, denn Bushs Kampagnenmanager Danny Diaz ist als ausgewiesener „Oppo man“ nicht gerade für seine feine Klinge* bekannt.

Damit ist bereits absehbar: Wer immer in den nächsten Wochen in den Umfragen steigt, muss mit unangenehmen Enthüllungen und messerscharfen Angriffen rechnen. Das jüngste Beispiel dafür sind die kürzlich entdeckten Schwindeleien in Ben Carsons Biografie – die just öffentlich wurden, als Carson in den Umfragen erstmals an die Spitze des republikanischen Bewerberfelds und damit in den Mittelpunkt des Interesses rückte. Das er just in diesem Moment mit peinlichen Vorwürfen konfrontiert wird, ist natürlich kein Zufall, sondern das Ergebnis handfester Arbeit. Deren erste Früchte wird die „GegnerInnenbeobachtung“ in den nächsten Wochen ernten.

Auf der dunklen Seite des Wahlkampfs

Die in der „Opposition Research“ arbeitenden Teams durchforsten systematisch alle verfügbaren Quellen nach wahlkampfrelevanten Informationen. Sie suchen nach den Leichen im Keller und finden den Dreck, der für eine Schmutzkübelkampagne gebraucht wird. Sie klopfen jede Werbebotschaft auf ihre Schwachstellen ab. Und wenn sie ihren Job gut machen, liefern sie scharfe Wahlkampfmunition in Form von belastbaren Fakten, die eine/n GegenkandidatIn in Erklärungsnot bringen können. In den USA werden solche Fakten bevorzugt über negative ads in Umlauf gebracht – oder man lässt sie über diskrete Medienkanäle in die Öffentlichkeit sickern. 2012 sollen die Republikaner ein etwa 1.000 Seiten umfassendes Dossier über Präsident Obama zusammengestellt haben.

Die „GegnerInnenbeobachtung“ unterzieht aber nicht nur MitbewerberInnen, sondern auch den/die eigene/n KandidatIn einem solchen Screening. Den eignen Lebenslauf konsequent zu durchleuchten ist schließlich eine unverzichtbare Hausübung, um auf Attacken vorbereitet zu sein. Abgesehen davon analysiert die „Oppo“ alle gegnerischen Kampagnenaktivitäten, um deren Drehbuch vorherzusehen – und Gegenstrategien zu entwickeln, mit denen man MitbewerberInnen an ihren Widersprüchen und Schwachstellen festnageln kann.

Die Vorwahlen der US-Parteien erfüllen damit eine doppelte Funktion: Sie ermitteln nicht nur die (parteiinterne) Beliebtheit von KandidatInnen, sondern sorgen auch dafür, dass deren Angriffsflächen auf Herz und Nieren geprüft werden. Das mag brutal wirken, aber wer diese – alles andere als rücksichtsvoll geführten – parteiinternen Auseinandersetzungen erfolgreich übersteht, kann im eigentlichen Wahlkampf von Attacken nicht mehr so leicht aus dem Gleichgewicht gebracht werden.

Eines ist jedenfalls sicher: Die Phase der harten Angriffe hat gerade erst begonnen. Und wir werden bald sehen, welche KandidatInnen dieses Mal ihre Hausübungen (nicht) gemacht haben …

 
 

*) Ein Beispiel: Im Vorfeld der republikanischen Vorwahlen 2008 machte Diaz die Story populär, dass Mitt Romney in den 80er-Jahren seinen Hund auf dem Autodach in den Urlaub mitgenommen hatte. Diaz arbeitete damals für John McCain, der die Nominierung der Republikaner holte. Und die Geschichte mit dem Hund auf dem Autodach verfolgte Romney noch bei seiner Präsidentschaftskandidatur 2012.

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