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08. Oct. 2015
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08. Nov. 2016
POTW: Betroffene sprechen lassen

POTW: Betroffene sprechen lassen

Eine Convention besteht aus gut 100 Reden von unterschiedlichsten Menschen: Aufstrebende BürgermeisterInnen; ehemalige Präsidenten; Stars, die ihren Namen für eine/n KandidatIn hergeben; BürgerInnen, denen der/die KandidatIn geholfen hat; ganz normale Menschen, deren Identität oder Geschichte zur Botschaft der Kampagne passt. Die Hoffnung ist, dass die eine oder andere Rede bei Menschen hängen bleibt. Der Glückfall ist, wenn eine Geschichte noch Tage später den Nachrichtenzyklus dominiert. Die Convention von Hillary Clinton hatte so eine glückliche Fügung.

Humayun Khan ist ein Kriegsheld, wie er nur in den USA zelebriert werden kann: Er wurde nicht in den USA geboren, wuchs aber hier auf, nachdem seine Eltern zum Studium gekommen und geblieben waren. Er meldete sich freiwillig zur Armee. Er starb 2004 im Irak während er seine Kameraden vor einer Autobombe beschützte. Und: Er war Muslim.

Am Donnerstag Abend sprach Khan’s Vater über seine Geschichte und hielt eine harsche und vor allem authentische Brandrede gegen Donald Trump und dessen Islamophobie. Seitdem dominiert diese Rede mehr als Clinton’s Obama’s oder irgendeine andere Rede der DNC die Nachrichten – zur Freude der Clinton Kampagne.
Mit Khan hat die Clinton Kampagne eine Silberne Kugel gefunden, die nicht nur ein Fleisch gewordener Angriff auf Trump ist, sondern auch jede/n einzelnen Republikanischen KandidatIn zu einer Distanzierung zwingen kann.

Das ist kein Zufall: Man kann Viralität zwar nicht planen, aber man kann Voraussetzungen dafür schaffen, dass Inhalte viral werden. Die Vorraussetzung dafür hatten die ProduzentInnen der Democratic Convention geschaffen:
Kahns Vater Vater sprach zur besten Sendezeit, als letzter Redner vor Chelsea Clinton, die ihre Mutter einleitete.

Ein im Schutz seiner Kameraden gefallener Soldat ist immun gegen alle Angriffe – es sei denn, die Opposition Research findet Fahrlässigkeit in seinem Handeln. Seine Eltern sind unangreifbar, weil sie – im amerikanischen Narrativ – das größte Opfer für die Freiheit aller AmerikanerInnen gegeben hatten.

FOX News wusste wohl schon, dass diese Rede ein Problem sein könnte und strahle sie deshalb nicht aus, sondern ließ Kommentatoren die bevorstehende Clinton Rede analysieren.

Doch das half nicht. Die Rede wurde wild geteilt und Trump hielt es nicht aus, nicht auf die Kritik der beiden muslimischen Patrioten zu antworten. Seine Antwort hätte nicht schlechter ausfallen können: Er griff die Mutter des Gefallenen an, die auf der Bühne der Demokratischen Convention, neben ihrem Mann stand aber nicht selbst das Wort ergriff: „I saw him. He was very emotional and probably looked like a nice guy to me. His wife … if you look at his wife, she was standing there. She had nothing to say.“ She probably, maybe she wasn’t allowed to have anything to say. You tell me“

Das ist ein Problem, vor allem für jeden einzelnen republikanischen Kandidaten zwischen California School Board und North Carolina Senate. Dass der republikanische Kandidat zur Präsidentschaft einen dekorierten Amerikanischen Helden so angreift, schreit nach Distanzierungen von jedem/r KandidatIn der Republikanischen Partei.

Seit mittlerweile vier Tagen dominiert die Geschichte den Nachrichtenzyklus: Zuerst die Rede selbst, dann mehrere Folgeinterviews der Familie, dann Trumps Gegenangriff und schließlich die Reaktionen darauf – inklusive eines Kommentars der Mutter in der Washington Post – und die Geschichte wird so lange schwelen, bis sich jede/r RepublikanerIn vom eigenen Kandidaten distanziert hat.

Die Begebenheit zeigt vor allem eines: wie man eine Forderung des politischen Gegners nicht nur widerlegen sondern angreifbar machen kann – im doppelten Wortsinn. DemokratInnen haben es geschafft, Donald Trump und die gesamte Republikanische Partei in Bedrängnis zu bringen indem sie auf ihrem Parteitag nicht nur über Betroffene sprachen, sondern Betroffene selbst sprechen ließen.

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